Bin dann mal Weit Weit Weg

Bin dann mal Weit Weit Weg oder besser gesagt mein langer Weg vom hohen Norden in den äußersten Süden von Deutschland und zwar nach Friedrichshafen am Bodensee. Warum macht man so was, wird sich wohl der eine oder andere jetzt fragen. Ganz einfach es ist Hamradio in Friedrichshafen. Ein Treffen der Funkamateure, das einmal im Jahr hier am Bodensee in den Messehallen in Friedrichshafen stattfindet. Ein Treffen der Superlative oder besser gesagt, ein bunter Mix aus Kommerziellen Anbietern, wie Kenwood, Yaesu, ICOM, viel bekannt Händler und was die Sache abrundet ein Flohmarkt der sich über die Fläche von zwei Hallen erstreckt. Eine Messe von und für Funkamateure, Technikinteressiert und viele Besucher aus der ganzen Welt. Die Hamradio ist das größte Treffen der Funkamateure, zudem noch die 35.Hamradio und das 60. Jährige bestehen des DARC. Funkamateure aus der ganzen Welt waren zu Gast, tauschten Informationen und suchten auch nach dem einen oder anderem Schnäppchen.

 

1. Tag Die Anreise

Am Donnerstagabend, es war so gegen 22.00 Uhr, setze ich mich solangsam in Richtung Süden in Bewegung. Da ich schon am Vortag die Sachen im Auto verstaut hatte, konnte ich die Reise ausgeruht und ohne Stress beginnen. Funkgerät TM-D700E und GPS Empfänger für APRS natürlich mit an Board. Die Fahrtroute ist unter "Wo bin ich mobil?" zu sehen. Es dauerte auch nicht lange bis ich die ersten QSO´s im Log hatte. Einige OM´s begleiten mich über etliche Relais, so dass die Fahrt wie im Fluge verging. Natürlich gönnte ich mir  längere Pausen um mir mal die Beine zu vertreten.

2. Tag Die Ankunft

So gegen 9.00 Uhr erreichte ich dann die Bodenseeregion. Einer der vielen OM´s mit denen ich ein Gespräch führte, war der OM Dirk DH4NBK aus Nürberg-Fürht, der mich etwas später schon auf dem Parkplatz der Ham mit einer QSL-Karte empfing. Danke noch mal an Dirk, so schnell hatte ich noch nie eine QSL-Karte zugesandt bekommen. Und je näher man Friedrichtshafen kam, sah man etliche Auto´s mit Funkantennen bestückt in Richtung zur Hamradio fahren. Natürlich war bei mir auch Navi an Board, mit dem die Fahrt sich doch recht einfach gestalltete und mich sicher zum Ziel führte. Das Ziel das Messegelände in Friedrichshafen, dadurch auch sehr einfach zu finden. Ausreichend Parkplätze sind vorhanden, aber wie das so ist, der Weg vom Parkplatz des Auto´s bis zur Messehalle war sehr sehr weit. Ich bin eigentlich immer gut zu Fuß, aber bei 29°C ist auch dieser einfach Weg zu weit. Aber was macht man nicht alles für sein Hobby. :-) 

Nach dem Kauf eines drei Tage Tickets konnte nun das Erlebnis 35. Hamradio beginnen. Erst mal einen Überblick gewinnen, da das vielfältige Angebot an Technik einfach überwältigend war und man ein wenig die Orientierung zwischen den Funkgeräte, Antennen, Kabel und Zubehör verlor. Nach einiger Zeit, einigen Hallen weiten und einem guten Kaffee, sah die Welt schon wieder besser aus. Im Vorfeld hatte ich mich ja schon informiert und konnte nun gezielt die Suche beginnen. In der Halle A1 überwiegend Kommerzielle Händler und Informationsstände der einzelnen Funkvereine und in zwei weiteren Hallen der Messe die Flohmarktstände. Natürlich gab es auch auf der  Messe den Händler des Vertrauens, bei dem man schon so manches Stück in den letzten Jahren erstanden hatte. Aber wie sagt man so schön, erst mal schauen.

Am späten Nachmittag mache ich mich dann auf den Weg eine Unterkunft für die nächsten Tage zu suchen, was sich nicht ganz so einfach gestaltete. Hotelzimmer gab es nur noch in der gehobenen Preisklasse und da meine Reise sehr spontan war, daher auch meine Outdoor Ausrüstung mit an Bord, suche ich mir einen geeigneten Zeltplatz. Nach einiger Zeit und drei Zeltplätze weiter, der auch Auto´s neben den Zelt erlaubte, fand ich in Immenstaad einen netten ruhigen Zeltplatz mit kleinem Yachthafen. Natürlich ließ ich mich es nicht nehmen eine kleine Runde am Abend im Bodensee zu schwimmen, was eine echte Wohltat nach dem erlebnisreichen Tag und etlichen zurückgelegten Kilometern war. In der kleinen gemütlichen Gaststätte, direkt auf dem Zeltplatz, gab es dann noch zur Belohnung in Form einer grosse Pizza"Romana" und einem gutes Glaskühles Bier. Der herrliche Ausblick und das gute Essen entschädigten so manche Strapazen der weiten Anreise. Zum Abschuss des Tages noch einige Funkaktivitäten über die Relais in der näheren Umgebung fürs Log.   

3. Tag Die Hamradio und nur Fliegen ist schöner

Nach einem guten Frühstück am Morgen ging es dann am Sonnabend wieder in Richtung Friedrichshafen zur Hamradio. Ich war auf der Suche nach etwas Neuem, dass ich dann sehr schnell gefunden hatte und nach etwas überlegen auch kaufte. Das Objekt der Suche war ein Handfunkgerät der Marke Yaesu VX-3E. Ein kleines Handfunkgerät nicht viel größer als eine Streichholzschachtel mit allerlei Zubehör. Yaesu VX-3E mit 2m/70cm und eingebautem Allbandempfänger vom MW, KW, UKW-Radio, Funkfunk AM und noch vielen weiteren Eigenschaften, die ich in der kürze der Zeit noch nicht so schnell raus finden konnte. Zum Glück gibt es bei namhaften Herstellen immer eine Benutzerfreundliches Handbuch dazu, was bei so manchen Dritthersteller leider nicht die Gewohnheit ist. Auf jeden Fall habe ich in den nächsten Wochen Zeit das kleine Wunder VX-3E etwas genauer zu Studieren.

  

Wie sagt man so schön, die Hamradio ist ein Treffen der Funkamateure und da bestätigte sich auch. Als Ersten traf ich den Rainer DM2CMB, einer der ATV/DATV Amateure aus MVP und einen OM aus dem Ortsverband V09. Ja so klein ist die Welt. Im weiten Verlauf des Tages konnte ich noch mit vielen OM´s aus den verschiedensten Ländern  und kommerziellen Händlern Fachgespräche führen.

Eine Ballonmission die vom Freigelände startet, wecke reges Interesse bei vielen Besuchern und war ausgestatte mit etlicher Nutzlast. Hierbei erwähnt, Kamera mit ATV-Sender, APRS und Sprachausgabe auf 145.200 MHz mit Ansage der Höhe, Position, Temperatur. Doch schon ein sehr interessantes Projekt.

 Ballonmission    ATV Empfang  

Aber die Hamradio ist nicht nur das Ziel meiner Reise gewesen, sondern ich wollte auch etwas von der Region rund um den Bodensee erleben und sehen. Kurz entschlossen fuhr ich in die City von Friedrichshafen, wo mich eine ausgedehnte Promenade direkt am Ufer des Bodensees empfing. Einfach traumhaft. Das Wetter stimmte, mit noch kühlen 25°C und die vielen Gaststätten auf der Promenade luden zum Verweilen ein. Da ich noch nie die Gelegenheit hatte mal in die Schweiz zu fahren, kam mir ein Angebot mit dem Katamaran nach Konstanz gerade recht. Ein Ticket war schnell gekauft und ab ging die 50. Minütige Reise nach  Konstanz. Eine Reise die ich nur empfehlen kann nur Fliegen ist schöner. Der Katamaran gleitet fast geräuschlos über das Wasser.  Nach einigen Stunden, einer großen Pizza und einen kurzem Spaziergang über die grüne Grenze in die Schweiz, trat ich die Rückreise nach Friedrichshafen an. Ich ließ den Abend dann natürlich ganz gemütlich beim einem kühlen Bad im Bodensee und einigen QSO´s ausklingen.

 Überfahrt Friedrichshafen-Konstanz mit Katamaran

4. Tag - Letzer Tag der Hamradio

Nachden ich mich am frühen Morgen, frisch gestärkt, auf der Hamradio auf dem Messegelände in Friedrichshafen eintraff, machte ich die Endeckung, dass es Heute sehr beschaulich zugeht. Mal zur Abwechslung etwas ruhiger als in den letzten zwei Tagen. Sehr angenehm muss ich sagen, so konnte ich in aller Ruhe noch mal die Stände nach Kleinigkeiten durchsuchen. Da es zum Glück auch ein Messecenter, mit Stromanschluß gibt konnte ich meinen doch arg unter Strom leidenen Akku meines Netbook´s aufladen und gleichzeitig diesen kleinen Bericht schreiben. Natürlich auch den Akku des VX-3E, man muss doch QRV sein. Nebenbei führte ich noch ein sehr nettes langes Gespräch mit Dame vom Informationsstand.  Wird mir bestimmt lange in Erinnerung bleiben. Danke.  Eine gute Tasse Kaffee etwas später rundete den Vormittag das ab.  Nach der kurzen Pause und einen letzen Rundgang über die Messe, verleiß ich diese dann mit vielen neuen Eindrücken und jede Menge Kataloge an Board.

Mein nächstes Ziel auf der Liste " Österreich". Kein Problem, sagte ich mir und führ los Richtung Bregenz. Glücklicherweise liegt hier in der Region alles relativ dicht zusammen. Allerdings wählte ich die Route über die kleinen Dörfer und Städtchen direkt am Bodensee und somit sah ich so manch nettes Fleckchen, wo ich bestimmt noch mal hinfahren werde. Bregenz empfing mich eine einladende Hafenterrasse, wo ich endlich mal meine Füße etwas abkühlen konnte. Ich ließ es mir aber auch nicht nehmen noch ein wenig weiter abseits der Hauptstraßen zu fahren und wurde durch herliche Landschaften und Aussichten auf die Berge belohnt. Und man glaubt es kaum, es giebt noch die Tankstelle, wo der Kunde noch König ist und nicht mal selber Zapfen muss. Und das alles bei einem Benzinpreis von 1,22 €. ( in DL 1.47) 

Pünktlich zum großen Fußballspiel Deutschland gegen England traff ich dann wieder am Zeltplatz ein. Das 4:1 für Deutschland, ein kühles Bad im Bodensee, wie kann da der Tag noch schöner werden.

5. Tag Der lange Weg zurück

Auch der schönste Kurzurlaub ist mal zu Ende. Aber mit einem gutem Frühstück am Zeltplatzkios und einem herrlichen Panoramablick über den Yachthafen, Bodensee und die Berge in der Schweiz beginnt der Morgen doch schon recht angenehm.  Wie immer auch jetzt dabei mein Yaesu VX-3E und auch am frühen Morgen schon einige QSO´s im Log über die örtlichen Relais auf 2m/70cm. Wie auch bei jedem Ende vom Zelturlaub steht das lästige Einpacken an, zum Glück habe ich viel Zeit und das meiste sowieso im Auto verstaut gelassen. Einzig das Zelt muss noch etwas Abtrocknen, da durch die Nähe zum Bodensee, das Zelt am frühen Morgen doch noch recht nass war. Meine Zeltnachbarn, eine Ehepaar aus der Schweiz, waren auch gerade beim Einpacken, natürlich mit gewohnter Schweizer Präzision. Achja, der Wetterbericht meine es wird Heute über 30°C werden und ich musste erfahren, dass es stimmte.  Als alles verstaut war, die Zeltplatz-Rechnung bezahlt, APRS aktiviert ging es nun in Richtung Norden. Während der Fahrt führte ich noch einige QSO´s über Relais in deren Reichweite ich mich befand.  Eine freudige Überraschung bereitete mir Andreas DG0TD via Echolink auf DB0HRO, der mich in APRS gesehen hatte, wie ich mich Rostock näherte. Nach 10 Stunde, 931 km Autofahrt, 4km mit Fahrrad, ein paar hundert Meter Schwimmen, genoss ich den Sonnenuntergang am Strande der Ostsee. In den nächsten Tagen füge ich dem kurzem Reisebericht einige Bilder  der 35. Hamradio hinzu. Noch einem der Tip: Man kann meine Routen unter "Wo bin ich mobil?" nachschauen.